Wettbewerb Um-/Neugestaltung 

Dauerausstellung: Slawenburg Raddusch

 

Aufgabenstellung

 

Die 2003 eingerichtete Dauerausstellung der Slawenburg Raddusch »Archäologie in der Niederlausitz« soll erneuert werden. Der Umbau wird sich nach den Ergebnissen einer Nachbesserungsevaluierung richten. Von den Wettbewerbsbeiträgen werden grundlegende Vorschläge zum Duktus der Umgestaltung in Raumarchitektur und Grafik erwartet. Als einem der erstplatzierten Büros wurde uns das Ausstellungssegment »Lausitzer Kultur in der Bronze- und frühen Eisenzeit« zur Gestaltung vorgelegt. Hierzu wurde eigens ein Model angefertigt.

 

 

Gestaltungskonzept / Gestsaltungsebenen

 

Verschiedene Ebenen konnten ausgemacht werden, die in Einklang zu bringen sind: Originale >> Architektur >> Grafik >> Inszenierung. Im Zentrum der Schau stehen die faszinierenden Funde, die hochwertig präsentiert werden sollen. Es gilt zudem, einen Bezug zum Gebäude herzustellen. Eine inhaltliche Gliederung durch wahrnehmbare Raumsequenzen, wie auch Blickachsen und trennende Elemente schaffen Orientierung. Weiterhin brauchen die Funde Kontextualisierung: Verdeutlichung des historischen Alltagsgebrauchs, interdisziplinäre Kontexte sowie Anknüpfungspunkte zur Lebenswelt der Besucher*innen. Gliederung der Ausstellungsräume über Lichtatmosphäre und Farbe sowie szenische Elemente des historischen Lebensalltags erwecken Funde und Befunde durch sinnliche Erfahrungen zum Leben.
 

 

 

 

Die Architekturen sind aus lackierten Stahlblechen und Holzwerkstoffen gebildet und werden dunkelgrau matt lackiert. Die Vitrineninnenseiten werden stark farbig hervorgehoben. Wie bisher wird jedem Ausstellungskapitel eine Farbe zugeordnet. Für das Innenleben der Vitrinen wird mit Materialien gearbeitet, welche den konservatorischen Ansprüchen der Objekte entspricht.

Ein Hauptaugenmerk in der Herangehensweise des Entwurfes liegt in der Einbindung von vermittelnder Grafik und Texten als wichtige Bausteine der Ausstellungsarchitektur. Die Texte werden in mehrere Kategorien (Kapitel-, Themen- und Objekttexte) untergliedert und unter anderem auf schrägen Tafeln mit Borden präsentiert. Großgrafiken wie z.B. »Grabungsschnitt« dienen als Bereichsabtrennung.

Gestaltungskonzept für Vitrine Typ »Halbrunde Wandvitrine«

Am Beispiel der Vitrine »Vogelkult«

Die halbrunden Vitrinen werden innen mit mehreren, verschieden hohen Ebenen ausgestattet. So kann für die Anzahl und Größe der Objekte die optimale Präsentationsform gewählt werden. Segmentweise oder in radialer Onordnung können Exponate präsentiert werden.

Schwenkbare Grafiktafeln, die außen an der Vitrine angebracht sind, können jeweils von der rechten bzw. linken Vitrinenseite bis zur Mitte bewegt werden. Hier können Objekttexte und kleine erklärende Grafiken oder Umzeichnungen ihren Platz finden.

Die Vitrine »Vogelkult« ist innen mit zwei verschieden hohen Podesten ausgestattet (flaches Podest, hohes Podest). Beide Podeste sind mit einer Rampe (schräges Podest) miteinander verbunden.

Ein langer Zug, bestehend aus archäologischen Objekten, Tierpräparaten
und modernen Objekten, zieht sich über alle drei Ebenen durch die Vitrine.
Durch die Staffelung in der Höhe können alle Objekte gut betrachtet werden.
Objekttexte finden auf den zwei schwenkbaren Grafikflächen ihren Platz. Erklärende Grafik, wie z.B. Kartendarstellungen und Umzeichnungen können entweder auf den Podesten oder den schwenkbaren Grafikflächen untergebracht werden.

Den Kapitelabschluss bildet eine räumliche Inszenierung von zwei gebogenen Wandscheiben mit intergrierten Wandvitrinen, davon sind vier als große, fensterartige Durchblickvitrinen ausgebildet. Dies bietet vielfältige Präsentationsmöglichkeiten, wie etwa Einzel- und Sammeldarstellung der Funde.
Echte Baumstämme unterstützen den Inszenierungscharakter und verdeutlichen den Hiatus.

PROJEKT-DETAILS

 

GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies & Schnegg

WETTBEWERBSTEAM: Thomas Doetsch, Katharina Matthies, Frank Szelinski, Julia Schnegg

AUFTRAGGEBER: Stadt Vetschau