AUSSTELLUNGSGESTALTUNG

 

»ZWISCHEN DEN FRONTEN. JUGEND, PROTEST UND SPIONAGE IN WERDER (HAVEL) 1949 – 1953«

 

Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße befindet sich am ehemaligen Haft- und Gerichtsort Lindenstraße 54/55 mitten in der Potsdamer Innenstadt.
Für die Werkstattausstellung »Zwischen den Fronten. Jugend, Protest und Spionage in Werder (Havel) 1949 –1953« wurde Matthies & Schnegg mit Ausstellungsgestaltung, Katalog und Werbegrafik betraut. Die Schau wurde gemeinsam mit Studierenden der Master- und Studiengangs Public History an der FU Berlin erarbeitet und beleuchtet die Geschichte des Widerstandes gegen die sowjetische Besatzung und die DDR.
1952 verurteilte ein Sowjetisches Militärtribunal im Gefängnis Lindenstraße 54/55 sieben junge Frauen und Männer aus Werder zum Tode und weitere zu hohen Haftstrafen. Die Schüler*innen, Student*innen und Lehrlinge hatten aus Protest gegen die sowjetische Besatzungsmacht und die SED Flugblätter verteilt. Für ihre Aktionen erhielten sie antikommunistisches Propagandamaterial von westlichen Organisationen, denen sie auch Informationen lieferten – ohne über Risiken aufgeklärt zu werden. Der Staatssicherheitsdienst der DDR unterwanderte das »Netzwerk« mit Spitzeln. 1951 griffen die Verfolgungsbehörden der Stasi und des sowjetischen Geheimdienstes zu. Nur wenigen gelang es zu entkommen.

Die Ausstellung entwirft ein lebendiges und sehr persönliches Bild der zeitgeschichtlichen Dynamiken anhand von Biografien und einem umfänglichen Pressespiegel.
Gegenwärtige Grafik und frische Farben akzentuieren die aktuelle, zeitlose Bedeutung der Auseinandersetzung mit dem Thema. So bringt auch ein »Mitmachmodul« die Thematik in die Gegenwart: Eine einfache Schreibmaschine schafft ein partizipatives Element. Hier können  Besucher*Innen selbst Flugblätter erstellen und Fragen nachgehen wie etwa »Was ist Widerstand?«, »Wofür würdest Du eintreten?«.


Im Jahr 2017 wurde für eine Vorläufer Ausstellung ein Ausstellungssystem entwickelt, das hier noch einmal zum Einsatz kommt. Es ist modular aus Tischen und senkrechten Gestellen aufgebaut, die beidseitig mit Tafeln bestückt werden können. Es ermöglicht Abwechslung und eine einfache Montage. Die Tafeln sind metallisch, die Grafik wurde mit Magnetfolie aufgebracht und kann mit neuem Inhalt bestückt werden. Gleichzeitig sind die Tafeln ohne Magnetfolie als Writeboard nutzbar für Vermittlungsangebote im Museum.

 

Die Ausstellung ist durchgängig zweisprachig in englisch und deutsch konzipiert. Der umfangreiche Katalog, der parallel zur Ausstellung entstanden ist, ermöglicht eine weitere Vertiefung des Themas.

 

PROJEKT-DETAILS

 

GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies & Schnegg
GRAFIK: Julia Schnegg und Katharina Weber
MEDIEN: Julia Schnegg
LITHOGRAFIE: Claudia Wolf
FOTOS: Anne Heinlein, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
FLÄCHE: 80 qm
LAUFZEIT: 18. Juli – 29. September 2019
AUFTRAGGEBER: Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße