»›Sechs Wochen sind fast wie lebenslänglich...‹
Das Potsdamer Polizeigefängnis Priesterstraße/Bauhofstraße«

 

Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße untersucht erstmals die Geschichte des ehemaligen Potsdamer Polizeigefängnisses.
Ausgangspunkt der Ausstellung sind acht Biografien von Inhaftierten, die stellvertretend ausgewählt wurden. Medienstationen mit Interviews ermöglichen eine Vertiefung der Begegnung. Die Biografien werden waagrecht präsentiert, was eine persönliche Zwiesprache mit den Zeitzeug*innen erlaubt. Zudem wird eine Forschungs- und Arbeitsatmosphäre geschaffen, die dazu einlädt, sich mit den einzelnen Biografien zu beschäftigen. Gleichzeitig wird so deutlich, dass es sich um eine Art Werkstattausstellung handelt, die weiterentwickelt und gedacht werden soll und immer wieder ihren Bezug zur Gegenwart überprüfen will. Senkrechte Aufsteller bilden den historischen Rahmen und erzählen über das Polizeigefängnis. Wann und warum wurde das Gefängnis gebaut? Wer war dort inhaftiert? Zudem werden hier Schlaglichter auf die Geheime Staatspolizeistelle Potsdam geworfen. In einem Ausblick wird die spätere Nutzung als Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit beleuchtet.

Frische Farben und gegenwärtige Grafik schaffen ein dem erinnerungspolitischen Anliegen folgend einfaches aber gediegenes Erscheinungsbild, was unterschiedliches Publikum anzusprechen versteht.

 

Highlights sind zwei Objekte: Eine eigens angefertigte Vitrine zeigt ein Modell des Gefängnisses. Eine Originaltür aus dem Gefängnis wird auf einem Sockel präsentiert, was das Objekt besonders hervorhebt.


Ein »Mitmachmodul« mit einer Karte von Potsdam schafft ein partizipatives Element. Hier können  Besucher*Innen Orte einzeichnen, wo sich ihrer Erinnerung nach andere Gefängnisorte befunden haben.

 

Es wurde ein Ausstellungssystem entwickelt, das weiter verwendet werden kann. Es ist modular aus Tischen und senkrechten Gestellen aufgebaut, die beidseitig mit Tafeln bestückt werden können. Es ermöglicht Abwechslung und eine einfache Montage. Die Tafeln sind metallisch, die Grafik wurde mit Magnetfolie aufgebracht und kann mit neuem Inhalt bestückt werden. Gleichzeitig sind die Tafeln ohne Magnetfolie als Writeboard nutzbar für Vermittlungsangebote im Museum.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit weiteren Interviews zum Thema entstanden. 

 

PROJEKT-DETAILS

 

PROJEKTLEITUNG: Julia Schnegg
GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies & Schnegg
GRAFIK: Julia Schnegg

MEDIEN: Julia Schnegg
LITHOGRAFIE: Claudia Wolf
FOTOS: Günter Schneider, Astrid Homann, 

Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße

FLÄCHE: 80 qm
FERTIGSTELLUNG: Oktober 2018
LAUFZEIT: 12. Dezember 2017 bis zum 29. April 2018
AUFTRAGGEBER: Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße