»Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern«

 

Die Sonderausstellung, die wir zusammen mit dem Architekturbüro KKS gestaltet haben, ist vom 13. Oktober 2018 bis zum 31. März 2019 im Braunschweigischen Landesmuseum zu sehen.


Die Bauten der Nachkriegs-Moderne aus den 60er und 70er Jahre sind reduziert und sachlich. Dennoch polarisieren sie wie kaum eine andere Architektur-Ära. In der Ausstellung werden 20 Gebäude aus der Region Braunschweig-Wolfsburg-Salzgitter vorgestellt. Den einen gilt ihre Architektur als kalt und seelenlos, den anderen als fotogene Klassiker.

Über Großformatige Architekturfotos versetzt die Ausstellung die Besucher*innen in eine Stadt der 60er und 70er Jahre Architektur, mit Kirchen, Schule, Verwaltungs- oder Veranstaltungsstätten, Fabriken und Universitätsinstituten.

 

Vorgestellt werden 20 Gebäude aus der Zeit. Dabei werden nicht nur Pläne und Fotos aus der Entstehungszeit der Gebäude von berühmten Architekten, wie Alvar Aalto oder Hans Scharoun präsentiert. Es wird ein lebendiges Bild der Zeit gezeichnet und durch Medienvielfalt unterstrichen. Die Bundesrepublik veränderte sich enorm zwischen 1960 und 1979, zwischen Kaltem Krieg und Anti-AKW-Bewegung. Auf allen Ebenen wurde modernisiert, die Demokratie erweitert und ausgebaut. Man machte sich seit den 60er Jahren auf den Weg zu einer weltoffenen Gesellschaft, bot Wohlstand und meisterte ab Mitte der 70er Jahre viele Krisen.

 

Wie man zwischen den eigenen vier Wänden lebte, wird anhand von vier originalgetreu rekonstruierten Wohnräumen – Wohnzimmer, Küche, Schlaf- und Kinderzimmer – bunt-charmant in Szene gesetzt.

Auf einem großen Zeitstrahl wird parallel zur Vorstellung der Gebäude erläutert, was die Menschen bewegte, die mit unbändigem Reformhunger in städtebaulichen Radikalkuren ihre Umgebung modernisierten. Welche weltpolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftigte die Bevölkerung in den 60er und 70er Jahren?


Am Ende fragt die Ausstellung nach dem Urteil der Besucher*innen zu den 20 präsentierten Gebäuden:
Abrisswürdige Bausünde? Seelenloses Betonmonster? Oder eine architektonische Perle? Ein Stück erhaltenswürdiger bundesrepublikanischer Identität? Das Braunschweigische Landesmuseum greift damit die brandaktuelle Frage nach dem Wert der Nachkriegsarchitektur auf. Denn die Gebäude sind in die Jahre gekommen, und vielerorts stellt sich akut die Frage: Abreißen oder Sanieren?

 

PROJEKT-DETAILS

 

PROJEKTLEITUNG: Julia Schnegg
GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies & Schnegg
ARCHITEKTUR: KKS Architektur + Gestaltung
GRAFIK: Julia Schnegg
LITHOGRAFIE: Claudia Wolf

FOTOS: A.Pröhle, Braunschweigisches LandesmuseumFLÄCHE: 800 qm
FERTIGSTELLUNG: Oktober 2018
LAUFZEIT: 13. Oktober 2018 bis zum 31. März 2019
AUFTRAGGEBER: Braunschweigisches Landesmuseum