AUSSTELLUNGSGESTALTUNG

 

SONDERAUSSTELLUNG »ARBEIT & MIGRATION. GESCHICHTEN VON HIER« IM TECHNOSEUM MANNHEIM

 

In der großen baden-württembergischen Landesausstellung »Arbeit und Migration. Geschichten von hier« im Technoseum in Mannheim kommen gemeinsam geteilte (und nicht getrennte) Erinnerungen von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte zur Sprache. Individuelle Erfahrungen stehen im Mittelpunkt, sie zeigen, wie sehr unser Leben und Arbeiten „Hier“ und an jedem anderen Ort des Einwanderungslandes Deutschland in all seinen Facetten mit Migration verwoben ist. 

Die Geschichten und Objekte wurden in einem partizipativen Prozeß gesammelt. Auch in der laufenden Ausstellung spielt die Teilhabe weiterhin eine große Rolle. Die Besucher:innen können an vielen Stellen selbst zum Teil der Ausstellung werden, indem sie ihre Meinung im Diskursraum hinterlassen oder an interaktiven Stationen Fotos von erinnerungswürdigen Ereignissen in die Ausstellung integrieren.

Für die Szenografie dient das Kaleidoskop als übergreifende Metapher: Werfen wir einen Blick durch das Kaleidoskop, ändert sich mit jeder kleinen Bewegung das, was wir betrachten. Aus flexiblen, kleinen Elementen setzen sich immer wieder neue vielgestaltige Bilder zusammen, farbenfroh und überraschend. Das Kaleidoskop verbildlicht die für die Ausstellung zentralen Aspekte von Prozesshaftigkeit, Perspektivität, Facettenreichtum und Innovation.

Die Szenografie arbeitet mit zwei sehr gegensätzlichen Raumbildern:

Durch die Verdichtung von Dreiecken im Raster ergeben sich thematische Brennpunkte: die »Kulissen«. Sie bilden die visuellen und emotionalen Ankerpunkte jedes Kapitels. Hier werden Orte gemeinsamer Erinnerungen markiert: ein Bahnhof, ein Klassenzimmer, ein Kinderzimmer, eine Eisdiele. Es sind Orte, an denen gemeinsames Leben stattfindet. Die persönlichen Geschichten in Form von Interviews und Exponaten werden hier erlebbar. 
Organisch in die Szenografie integrierte Statistiken veranschaulichen historisches Datenmaterial in überraschender und innovativer Form.
Die Ausstattung mit Requisiten in den Kulissen ist so detailreich wie die Erinnerungen der Erzählenden. Die Gestaltung der Räume wurde individuell entwickelt, die eingesetzten Möbel und Requisiten sind gebraucht.

Im Kontrast zu den farbigen Kulissen und den schwarzen Bestandswänden stehen die Grundelemente der Ausstellung – weiße Stelen mit dreieckiger Grundfläche und unterschiedlich hohen Spitzen, die monolithisch in die Höhe ragen und in Gruppe gestellt gefaltete Präsentationsflächen ergeben. 

Die Ausstellung endet mit dem Diskursraum, in dem die Themen Rassismus und Diskriminierung aktiv anhand von Beispielen aus der Region verhandelt werden.

 

Die zweisprachige Ausstellung ist barrierearm umgesetzt und berücksichtigt die Bedürfnisse der Zielgruppen Rollstuhlfahrer:innen und Kinder im Grundschulalter. Die Narration ist durch viele Hands-On Stationen und interaktive Medienangebote abwechslungsreich gestaltet.

PROJEKT-DETAILS

 

GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies Weber & Schnegg
SZENOGRAFIE: Katharina Schmans, Katharina Weber
AUSFÜHRUNGSPLANUNG: Janno Himpel, Thomas Doetsch
BAULEITUNG: Janno Himpel
GRAFIK: Katharina Weber, Katharina Matthies, Klara Lange, Wencke Osinski, Julia Schnegg
MEDIENSTATIONEN: Katharina Matthies
PROGRAMMIERUNG MEDIEN: graphscape GmbH
AUSSTATTUNG & BAU KULISSEN/REQUISITEN: Marie Jakupovic, Janno Himpel
AUSSTELLUNGSBAU: Tischlerei Schuster
GRAFIKPRODUKTION: Oschatz Visuelle Medien
SONDERGRAFIK PRODUKTION: Kemna Druck, Radebeuler Machwerk, Villa Schmück Dich
FLÄCHE: 900 qm
LAUFZEIT: 13. November 2021 – 19. Juni 2022
AUFTRAGGEBER: TECHNOSEUM Mannheim
FOTOS: Josephine Voß, Oschatz Visuelle Medien (ohne Menschen) und Klaus Luginsland, TECHNOSEUM (mit Menschen)